GOTTESANBETERINNEN

Weibliche Hanfsamen

 

Es gibt rund 2500 Arten an Fangheuschrecken (Gottesanbeterinnen ).Diese sind auf mehr als 400 Gattungen aufgeteilt. Hergeleitet wird ihr Name aus dem griechischen “mantis” und bedeuted so viel wie Wahrsager oder Prophet. Genau so viel Mystik wie Ihr Name umgibt diese faszinierenden Tiere eine Aura des Geheimnisvollen bedingt durch ihre Lebensweise und nicht zu Letzt durch ihre Praktik des sogenannten Sexualkannibalismus. Doch dazu später mehr.

Drei auffällige Kennzeichen zeichnen Gottesanbeterinnen aus:                                       - Ihr auffälliger Kopf. Dieser ist dreieckig und mit großen Augen versehen. Die extreme Beweglichkeit des Kopfes ist im Insektenreich einzigartig. Sie sind in der Lage durch die Flexibilität ihres Kopfes Entfernungen, Beute und Partner zu fixieren und einzuschätzen. - Der Brustteil ( Prothorax) von Mantiden ist verlängert und mit Fangbeinen ausgestattet. - Die ventral bedornten Profemora und Protibiae sind zu Fangbeinen umgebildet.

Beschreibung:

Wenn sich die Gottesanbeterin in Ruhestellung befindet und auf Beute lauert sieht man Parallelen zu einer betenden Person. Daher rührt auch der deutsche Begriff Gottesanbeterin. Ist die Beute nah genug schlagen die Fangbeine wie ein Klappmesser blitzschnell zu. Fangheuschrecken sind ihrer Umgebung optisch so perfekt angepasst, dass sie von ihrer Beute nicht wahrgenommen werden. Sie imitieren dabei Blüten (CreobroterArten auch ”Blütenmantis” genannt), trockene Blätter (Phyllocrania paradoxa - im Volksmund als “Geistermantis” bezeichnet), Orchideen (Hymenopus coronatus - zu deutsch: “Orchideenmantis” ) als auch Rinde und Sandboden. Die Größen der einzelnen Mantiden Arten schwanken von 1,5 cm bis zu 25 cm.

Verbreitungsgebiete:

Die Vorkommen von Gottesanbeterinen reichen von subtropischen bis zu tropischen Gebieten.Die Habitate reichen von tropischen Regenwäldern bis in Wüsten. In Deutschland gibt es Gebiete in der die geschütze Art Mantis religiosa (gemeine Gottesanbeterin)vorkommt.

Haltung:

Gleich vorweg: Gottesanbeterinnen sind stark kannibalistisch und auf Grund dessen fast immer einzeln zu halten. Ausnahmen sind z.B. Empusa Arten. Diese können gut in Gruppen gehalten werden. Meiner Meinung nach sollten eigentlich spätestens im Adultstadium weibliche Gottesanbeterinnen von männlichen getrennt gehalten werden. Nach Möglichkeit schon wesentlich früher. Die Gründe liegen darin dass, a.) im Falle einer unbeaufsichtigten Paarung das Männchen gefressen werden kann und b.) bei Futtermangel oder Stress das Männchen welches oft kleiner bis erheblich kleiner ist (Hymenopus coronatus) ebenfalls eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan der weiblichen Mantiden darstellt. Ansprüche an das Insektarium sind unterschiedlich.Gemeinsam ist aber allen eine vernünftige Belüftung. Diese wird erzielt durch die Verwendung von Metall-oder Nylon Gaze. Als Behältnisse dienen käufliche Insektarien ebenso wie umgebaute Plastikflaschen, Popkorndosen etc. Sorgen Sie dafür, dass verzweigte Äste eingearbeitet werden so wie Gaze an der Decke oder Deckel angebracht werden. Dies hat mehrere Gründe. Ab dem L1 Stadium häuten sich die Tiere und hängen sich dabei kopfüber an die Decke oder an horizontal angebrachte Äste. Achten Sie darauf, dass sich die Larve während der Häutung nach unten frei bewegen kann. Beachten Sie unbeding, dass Sie keine “ Vorratshaltung” beim Futter betreiben. Will sagen: Wenn in der Box zusammen mit den Gottesanbeterinnen - Heimchen, Mehlwürmer oder Zophobas - anwesend sind und das Tier sich häutet ist es schutzlos der Fressgier der Futtertiere ausgeliefert. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass über Nacht keine Futtertiere an Ihre Gottesanbeterinen gelangen können. Hymenopus coronatus zählt als die schönste Mantidenart - und ist auch gleichzeitig heikel in der Haltung. Diese Sorte können Sie keinen Tag ohne hohe Luftfeuchtigkeit und gleichmäßige Tages und Nachttemperaturen lassen. Hierodula membranacea sind auch für den Anfänger geeignet und benötigen zur Haltung nicht viel. Informieren Sie sich also vor dem Kauf von Mantiden über die Haltungsbedingungen ! Es geht ihnen schnell ans Geld und dem Tier ans Leben wenn Sie sich aus einer Laune heraus “just 4 fun” mal auf die Schnelle Gottesanbeterinnen kaufen.

Futter:

Gottesanbeterinnen leben raptorisch. Das bedeuted sie sind Fleischfresser. Dabei sitzen sie reglos aber hellwach in betender Haltung auf ihrem Platz und warten auf Nahrung. Ist die Beute fixiert schlagen die Fangbeine innerhalb einer zehntel - bis hunderstel Sekunde zu. Die Beute wird bei lebendigem Leib verzehrt. Faustregel: Verfüttern Sie Beutetiere die die Größe des Abdomens der Gottesanbeterin haben. Bei sehr großem Hunger wird die Beute auch aktiv gejagt. Es werden auch tote Beutetiere akzeptiert. Bewegen Sie diese mit der Pinzette vor den Kauwerkzeugen der Gottesanbeterin. Weibliche adulte Fangschrecken benötigen schon auf Grund der Eiproduktion mehr Futter als die männlichen Pendants. Beachten Sie beim Futter unbedingt folgendes: Mantiden wie CreobroterArten oder Orchideenmantissind so filigran und haben so feine Fangbeine, dass diese nicht in der Lage sind Heimchen oder Grillen zu fangen und festzuhalten. Solchen Fangschrecken bieten Sie Fliegen und weiche Insekten an. Vollgefressene Gottesanbeterinnen fressen vor der nächsten Häutung nichts mehr. Achten Sie unbedingt darauf, dass bis zur Häutung keine Futtertiere im Insektarium sind. Legen Sie etwas Obst ins Insektarium damit a.) die Insekten gefüttert werden und nicht vor Hunger das Insekt angehen und b.) erhält das Futtertier einen höheren Nährwert vor dem Fressakt. Halten Sie das Insektarium sauber, entsorgen Sie regelmäßig Futterreste und reinigen das Insektarium gelegentlich.

Geschlechtsunterschiede:

Nach einigen Häutungen kann in der Regel bei vielen Arten das Geschlecht bestimmt werden. Man zählt dafür einfach die Rückenschilde (Sternite) am Hinterleib. Die Männchen haben mehr als die Weibchen. Bei Hierodula membranacea z.B. haben die Weibchen fünf die Männchen sechs. Das Männchen kann sich durch die höhere Anzahl der Sternite bei der Paarung um den Hinterleib des Weibchens schmiegen. Im letzten Sternit des Weibchens befindet sich die Geschlechtsöffnung. Grundsätzlich sind adulte Weibchen größer und haben kürzere Flügel als die Männchen. Die Weibchen können so schon nicht fliegen und im Falle eines vollgefressenen Abdomens reichen die “Flugkünste” nur zum Sturzflug. Die Körper der Weibchen sehen von unten betrachtet oft rauten - kegelförmig aus, die der Männchen schmal und länglich. Männchen werden teilweise erheblich früher adult - und ihre Lebenserwartung liegt weit hinter den Weibchen zurück. Um dies etwas zu steuern hält man die Männchen mit Temperatur und Futter knapper als die Weibchen.

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Fortpflanzung:

Ein bis zwei Wochen nach der Adulthäutung begeben sich die nun geschlechtsreifen Männchen auf Partnersuche. Dabei fliegen Sie umher bis sie eine Partnerin gefunden haben.Wenn sie nicht aufpassen werden sie schon gefressen bevor der Spaß begonnen hat. Unter Insektarium Bedingungen ist also dafür zu sorgen, dass das Weibchen vollgefressen ist. Dies hat zwei Vorteile. Erstens ist das Männchen so vor Zugriffen auf Leib und Leben durch das Weibchen besser geschützt und zweitens werden größere Ootheken abgelegt. Nach einger Zeit springt dann das Männchen auf das Weibchen und es kommt zur Kopulation. Diese kann Stunden dauern. Das Männchen überträgt dabei eine Spermatophore. Bei den meisten Arten springen die Männchen nach erfolgter Begattung vom Weibchen und flüchten. Gleichzeitig suchen sie erneut nach weiteren Weibchen. Hymenopus spp. Beispielsweise bleibt allerdings auf dem Weibchen hocken um zu verhindern, dass sein Sperma mit dem eines Artgenossen konkurrieren muss. Es kann immer wieder vorkommen - und dadurch wurde die Gottesanbeterin bekannt - , dass Sie während der Paarung den Kopf und - oder den Oberkörper des Männchens frisst. Das tut der Begattung aber keinen Abbruch. Der letzte Abdomenabschnitt des Männchens kopuliert trotzdem weiter und dem Nachwuchs wird so gleich von der Mutter hochwertiges Eiweiß zugeführt. Nach einigen Tagen je nach Art legt das Weibchen dann seine Oothek ab. Mit nur einer Begattung erfolgen in Abständen von einigen Tagen weitere Ootheken die je nach Art zwischen 30 und 300 Eier enthalten. Die Eipakete nehmen aber bei einer nur einmaligen Verpaarung rapide in der Anzahl der Larven ab. Es ist daher sinnvoll nach einer Verpaarung und Ablage der Oothek das Weibchen erneut zu verpaaren. Sollte das Männchen zu träge sein, halten Sie dem Weibchen ein Futterinsekt zum Fressen hin. Sieht das Männchen, dass das Weibchen frisst hat es weniger Angst selbst zum Opfer zu fallen und wird dadurch animiert das Weibchen zu besteigen. Ootheken haben unterschiedliche Formen. Die Ootheken von Hierodulassind ähnlich einem Korken und werden vom Weibchen an der Decke des Insektariums angebracht. Creobroterlegen längliche ca. 5cm lange Ootheken an Äste. Zu erwähnen sind noch Arten die sich durch “ Jungfernzeugung ” (pathenogenetisch) also ohne Zuhilfenahme eines Männchens fortpflanzen. Dies sind alphabetisch geordnet: Brunneriana borealis,B.subaptera,Miomants spp.,Parasphendale affinis,Sphodromantis viridis sowie Tenodera sinensis.

Eiablage:

Hat das Weibchen genug gefressen wird es mit der Produktion der Oothek beginnen. Die Menge und die Höhe des Nährstoffgehaltes bestimmen darüber wie groß und hochwertig -sprich Larvenanzahl-die Otheken werden. Es sind in der Regel fünf bis sechs Stück können aber auch nur drei betragen. Es gibt auch Arten die bis zu zwanzig Ootheken legen. Mit seinem Hinterleib bildet das Weibchen durch Absonderung eines schaumigen Gebildes die Oothek. Diese beinhaltet je nach Art zwischen 30 und 300 Eier und hat verschiedene Formen. Ganz entscheidend für eine erfolgreiche Zeitigung ist die Feuchtigkeit. Ist es zu feucht und die Kleinen schlüpfen können sie mit der Feuchtigkeit verkleben. Ist es zu trocken kann dies für manchen Arten zum vertrochnen des Eikokons führen. Pauschal kann man sagen, dass bei einer Temperatur von 25-30 Grad nach 5 - 6 Wochen die Larven schlüpfen. Dies geschieht in der Regel gleichzeitig. Bei einigen Mantisarten geschieht dies auch über mehrere Tage und bei Coptopteryx sogar über zwei Monate verteilt. Die Larven hängen beim Schlupf wie auf einer Seidenschnur nach unten und verteilen sich sofort nach dem Schlupf in alle Richtungen.

Aufzucht:

Direkt nach dem Schlupf fangen Gottesanbeterinnen an zu fressen. Seien Sie darauf vorbereitet. Bieten Sie sofort kleine Drosophilias (Fruchtfliegen) an. Als Alternative werden Blattläuse, Springschwänze und nicht zu letzt Artgenossen angesehen. Trennen Sie die Nachzucht daher so früh wie möglich um hohe Ausfälle durch Kannibalismus zu vermeiden. Es gibt aber auch Arten die man gut zusammen halten kann. Informieren Sie sich vorher über die Aggressivität Ihrer Sorte. Nach den ersten 1-2 Häutungen steigen Sie um auf große Drosophilias. Ein hervorragendes einfaches und billiges Rezept zur Herstellung von Drosophilias ist folgendes:1 Glas Apfelmus,15 gehäufte Esslöffel zarte Haferflocken, 1 Päckchen Trockenhefe,1 Esslöffel Apfelessig. Das mixen Sie bis alles ein homogener Brei geworden ist. Füllen Sie diesen Brei 1,5 - 2cm in Fleischsalatbecker. Die Menge reicht locker für 10-12 Becher. Dann noch etwas Holzwolle rein. Nun brauchen Sie noch einen Ansatz Fruchtfliegen. Diesen besorgen Sie sich über Ihren Zooladen oder Aquarienverein. Schütten Sie in jeden Becher 10 - 20 Fliegen. Schneiden Sie unbedingt ein Loch in den Deckel und ziehen Sie z.B. einen Damenstrumpf über den Becher damit Luft hinein kommt. Dann den Deckel drauf. Stellen Sie die Becher warm. Die Drosophilas legen ihre Eier in dem Brei ab und nach 2 - 3 Wochen haben Sie dann Ihre eigenen Drosophilias/Fruchtfliegen. Wenn die Gottesanbeterinnen größer sind besorgen Sie sich Fleischmaden oder Pinkies. Diese bekommen Sie in Angelgeschäften oder Zooläden. Am günstigsten quasi gratis aus der eigenen Biotonne. Die Maden verpuppen sich nach kurzer Zeit zu Kaster und nach weiteren 6 - 8 Tagen schlüpfen die Fliegen. Fliegen haben keinen hohen Nährwet. Daher füttern Sie die Fligen mit überlagerten Obst um ein hochwertigeres Futter zu erzeugen.

Häutung:

Gottesanbeterinnen häuten sich mehrmals bis zum Erwachsenenstadium. Dabei hängen sie kopfüber an Ästen oder der Decke vom Insektarium. Nicht selten schaffen es die Larven nicht sich richtig zu häuten oder fallen von der Decke auf den Boden. Achten Sie unbedingt darauf, dass kein Futtertier die Gottesanbeterin während der Häutung erreichen kann. Die Tiere sind in dieser Phase total schutzlos und würden unweigerlich von Heimchen und Co an - und aufgefressen werden. In der letzten Häutung auch unter den Begriffen Reifehäutung, Adulthäutung oder Imaginalhäutung bekannt entwickelt das Insekt seine Flügel. Sorgen Sie dafür, dass das Tier in dieser Situation entsprechenden Platz hat um die Flügel voll zu entfalten. Ist dies geschehen ernten Sie den Lohn Ihrer Mühe. Eine herrliche Gottesanbeterin.

Blepharopsis mendica

Creobroter pictipennis

Gongylus gongylodes

Hierodula membranacea

Hymenopus coronatus

Phyllocrania paradoxa

Pseudocreobotra w.

Sphodromantis baccettii

Sibylla pretiosa

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